Siam Park auf Gran Canaria steht auf der Kippe

Siam Park Gran Canaria steht auf der Kippe

Wolfgang Kiessling schien alles im Griff zu haben. Nach Jahren der Planung und der Verhandlungen hatte der deutsche Unternehmer, der auf Teneriffa den Loro Parque und den Siam Park betreibt, die Baugenehmigung für seinen Siam Park auf Gran Canaria.

Der Siam Park auf Gran Canaria soll „Parque Acuático de El Veril“ heißen und auf einer freien Fläche zwischen der Autobahn GC-1 und Playa del Ingles entstehen. Der Ort schien perfekt. Die große Brache ist groß genug, liegt dicht an der Urlauberhochburg Playa del Ingles. Auch der erste Blick der Urlauber, die vom Flughafen Gran Canaria in den Süden der Insel fahren, hätte in Zukunft einen wunderbaren Wasserpark anstatt einer Schotterlandschaft gesehen.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Wasserparks El Veril wäre gigantisch gewesen. Alleine in der Bauphase wären rund 1100 Arbeitsplätze entstanden und es wären Millionen Euro investiert worden.

Vorläufiger Stopp für den Wasserpark Anfang Januar

Anfang Januar hat ein Gericht in Las Palmas nun einen vorläufigen Stopp für die Arbeiten am neuen Wasserpark auf Gran Canaria ausgesprochen. Die Firma Lebensraum Wasser S.L., die bisher keine weitere Geschäftstätigkeit vorzuweisen hat, hatte geklagt, da sie meint Unregelmäßigkeiten bei der Genehmigung des Projekts erkannt zu haben. Ob diese tatsächlich vorliegen ist bisher nicht entschieden, dennoch werden die Arbeiten von Seiten des Gerichts zunächst gestoppt.

Kiessling fordert die Hinterlegung 56 Millionen Euro

Der Lebensraum Wasser SL, die nur über minimale finanzielle Mittel verfügt, hat bereits mit dem Baustopp hohe Schäden verursacht. Durch ein langwieriges Verfahren steht das gesamt Projekt Siam Park Gran Canaria auf dem Spiel. Daher fordert Kiessling nun die Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 56 Millionen Euro durch die Lebensraum Wasser SL, um evtl. Schadenersatzforderungen gegen das Unternehmen, nach dem Ende eines Gerichtsprozesses auch durchsetzen zu können.

Kiessling bringt den Ausstieg aus dem Projekt ins Spiel

Wie verärgert der Betreiber des Loro Paques und des Siam Parks über das Vorgehen des Gerichts und der Lebensraum Wasser SL ist, hat er in einem Interview mit Radio Canarias am 21.01. zum Ausdruck gebracht. Laut seinen Aussagen ist er kaum bereit einen mehrjährigen Gerichtsprozess abzuwarten und danach zu bauen. Auch die Richter hält Kiessling für überfordert die Tragweite des Projekts zu überblicken. Dazu käme das verheerende Signal an alle Investoren, die bereit seien auf den Kanaren zu investieren.

Über Gerichte wird Unternehmern das Leben schwer gemacht

Auch wenn die Betreiber des Aqualands und des Palmitos Parks, die Groupo Aspro, jede Verbindung zu Lebensraum Wasser SL abstreiten, gibt es doch einige Hinweise darauf, dass es dort Verbindungen gibt. Die Lebensraum Wasser S.L. wurde unmittelbar nach der Genehmigung des neuen Siam Parks auf Gran Canaria gegründet und einem der Geschäftsführer werden direkte Verbindungen zur Geschäftsführung der Aspro Gruppe nachgesagt.

Durch juristische Winkelzüge werden auf den Kanaren immer wieder große Projekte, die die Basis für wirtschaftliche Erholung sind, torpediert. Vor wenigen Jahren hatte die Hotelgruppe RIU geplant am Strand von Meloneras ein Hotel abzureißen und neu zu bauen. Die Lopesan Gruppe, die in unmittelbarer Nähe einige große Hotels betreibt verzögerte das Projekt mit juristischen Winkelzügen über Jahre. Am Ende gelang es Lopesan das Gebiet zum „historischen Kulturgut“ erklären zu lassen. RIU zog daraufhin seine geplante Investition von 50 Millionen Euro zurück.

Es bleibt zu hoffen, dass das Ende des Wasserparks El Veril auf Gran Canaria nicht ansteht und die juristischen Probleme schnell aus der Welt geschafft werden können.

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Über Wolfgang Schlicht 149 Artikel
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