Arbeitgeberverband fordert weniger Regulierung

Regenbogen am Horizon Gran Canaria

Der Präsident des kanarischen Arbeitgeberverbands fordert weniger Regulierung, damit die Wirtschaft neue Arbeitsplätze schaffen kann. Insbesondere das Moratorium beim Bau neuer Hotels auf den Kanaren wird von ihm kritisiert. 

In einem Interview im Programm „El Drago“ von Cadena Ser, erklärt das Ehrenmitglied des Arbeitgeberkreises von Gran Canaria und Präsident der Kanarischen Arbeitgeberverbände, Agustín Manrique de Lara, dass die Kanaren damit beginnen müssen umzudenken und überlegen sollten, wie das Wirtschaftswachstum reguliert werden kann und nicht wie es zu stoppen sei.

Die Anstrengungen der Regierung und des Parlaments konzentrierten sich, auf Grund der Unfähigkeit der Wachstumsregulierung, bis jetzt auf die Eindämmung der Wirtschaftsfähigkeit. Aber nur ein Wachstum und eine höhere Wirtschaftsaktivität können eine Vollbeschäftigung erzielen. Die Kanarischen Inseln verbuchen eine Arbeitslosenquote von 30% und 60% der Jugendlichen haben keine feste Anstellung. Aus diesem Grund ist ein Wachstum des Hotelwesens, des Bauhandwerkes und eine höhere Wirtschaftstätigkeit nötig. Zur Durchführung dieses Ziels kann von einer Erweiterung des jetzt schon wenig zur Verfügung gestellten Grund und Boden abgesehen werden.
Das seit Anfang des Jahrhunderts auf den Kanaren herrschende Moratoriums hat quasi einen Stillstand beim Bau neuer Unterkünfte zufolge und somit wird die Anpassung an die bestehende Nachfrage gebremst. Dies hat auch Auswirkungen auf die Sanierungsarbeiten, da durch die fehlende Konkurrenz auch die Erneuerung ausbleibt.

Die Inseln fördert mit hohen Investitionen die Infrastruktur zum Beispiel beim Ausbau von Flughäfen, Autobahnen und Häfen, versucht aber die Rentabilität der selben gleichzeitig zu bremsen. Die momentane Touristenzahl von 13 Millionen Besuchern könnte allerdings das Wirtschaftswachstum verdoppelt werden.

Eine frei gestaltete Wirtschaft kann durchaus positiv sein. Es ist aber wichtig, dass sich diese durch die Initiative der Unternehmer ergibt. Denn wird die Privatwirtschaft nicht gebremst, wird dieser Sektor weiterhin dort, wo er Chancen für sich sieht und neue Arbeitsplätze schaffen kann, investieren. Daher sollten Privatunternehmen Einfluss auf die Entscheidung haben, wer wo investiert oder wo Arbeitsplätze geschaffen werden. Die kanarischen Inseln stehen im Tourismus weltweit an der Spitze, daher ist es nur naheliegend, dass die Entwicklung der Wirtschaft von diesem Sektor ausgehen muss. Wie kann weiterhin an der Meinung festgehalten werden, dass eine Änderung des Wirtschaftsmodells nicht nötig ist?

Vor allem ist es notwendig die rechtliche Sicherheit zu garantieren. Wird eine Investition geplant, dauert es zehn oder elf Jahre diese zu verwirklichen. Daher kommen keine Investitionszuschüsse von außen, aber gerade diese Kapitalanlagen könnten eine vielfältige Wirtschaft ermöglichen.

Im Interview wurde ebenfalls ein für die Kanaren entscheidendes Thema angesprochen: Die Neuregelung und Billigung der wirtschaftlichen Seite der Wirtschafts- und Steuerpolitik, dessen Inhalt noch mit der Zentralregierung ausgehandelt werden muss. Die Kanaren profitieren derzeit als Sonderwirtschaftszone von besonders niedrigen Steuern, die derzeit neu verhandelt werden muss. Auch wenn auf einen schnellen Bescheid gehofft wird, wird dies wohl leider nicht kurzfristig geschehen. Nur der Arbeitgeberverband hat seine Arbeit getan und hat einen Beschlussvorschlag erstellt. Fast unvorstellbar und zu kritisieren ist, dass die kanarische Regierung im letzten Jahr nur eine einzige Person und nur auf Teilzeit für dieses Vorhaben beschäftigt hat.

Bildquellen

  • Regenbogen am Horizon Gran Canaria: Wolfgang Schlicht

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Über Wolfgang Schlicht 149 Artikel
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