80.000 neue Jobs durch neue Hotels möglich

Neue Hotels für Gran Canaria

Ohne das Moratorium könnten in der Tourismus-Branche innerhalb von zehn Jahren 80.000 neue Jobs entstehen. Das Tourismus-Gutachten der Ideenschmiede sagt voraus, dass innerhalb der nächsten Dekade 70.000 neue Betten entstehen könnten. 

Die Aufhebung des Tourismus-Moratoriums und die Lockerung der behördlichen Vorgaben könnten in der kommenden Dekade 70.000 neue Betten entstehen lassen. Dadurch könnten 80.000 neue Stellen in den Bereichen Hotellerie, Baugewerbe und Freizeitgestaltung geschaffen werden. Trotz dieses Wachstumspotenzials in der Tourismus-Branche würden die möglichen Neueinstellungen nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote auf das Niveau von vor 2008 zu senken, als die Wirtschaftskrise begann und sich die Arbeitslosigkeit derart ausbreitete, dass mehr als ein Drittel der Erwerbsbevölkerung davon betroffen war.

Hintergrund: Auf den Kanaren existiert derzeit ein Moratorium, das es faktisch verbietet neue Hotels zu bauen. Die Anzahl der Hotelbetten ist daher seit 15 Jahren ungefähr konstant geblieben. Vor dem Hintergrund der stark steigenden Urlauberzahlen und der hohen Arbeitslosigkeit, wird der Fortbestand des Moratoriums derzeit auf verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Ebenen diskutiert.

Das zweite Gutachten des Centro Atlántico de Pensamiento Estratégico (Catpe) über die touristische Wettbewerbsfähigkeit der Kanaren, das bereits Ende Februar in der Hauptstadt der Kanaren vorgestellt wurde, erneuert die Analyse des wichtigsten Wirtschaftszweigs der Inseln von 2014 und macht neue Vorschläge für die Tourismus-Branche und dessen Wachstumsmöglichkeiten unter aktualisierten Rahmenbedingungen. Catpe stellt klar: Nur Wachstum im Bereich der Unterbringungsmöglichkeiten und ergänzender Sektoren kann eine relevante Zahl neuer Arbeitsplätze schaffen. Dementsprechend fordert Catpe die Aufhebung des Moratoriums, wonach es keine Neubauten geben darf, und eine Vereinfachung der Bürokratie.

In den derzeit für Tourismus bestimmten Gebieten von Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura und Lanzarote könnten mehr als 100.000 neue Betten entstehen. Die Catpe-Studie geht davon aus, dass bei einer Aufhebung des Moratoriums diese Gebiete nicht vollständig neu bebaut werden würden, sondern lediglich zu 60 % in zehn Jahren, wodurch maximal 70.000 Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden würden. Ausgehend von den üblichen Belegschaftszahlen in Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, der indirekten Beschäftigung sowie den mit dem Tourismus zusammenhängenden Jobs entstünden 50.000 stabile neue Arbeitsplätze. In der Baubranche gäbe es 10.000 zusätzliche Jobs.

Die gleichzeitige Freigabe von Investitionen in Tourismus-Projekte wie Freizeitparks, Zentren für Hochleistungssport und Einkaufszentren könnte diese Vorhersagen auf bis zu 80.000 Arbeitsplätze erhöhen.

Das Gutachten widerlegt das Hauptargument für das Tourismus-Moratorium: dass die touristische Aktivität sowie der Bau neuer Hotels und Freizeitanlagen nicht aufrechtzuerhalten sei. Tatsächlich haben die Kanaren mit 42,6 % den höchsten Anteil an geschütztem Land unter den autonomen Regionen. Der Anteil bebauten Landes liegt mit 3,8 % unter dem Landesdurchschnitt. Auch was die Bevölkerungsdichte angeht, befinden sich die Inseln nahe am spanischen Durchschnitt.

Bildquellen

  • Neue Hotels für Gran Canaria: Wolfgang Schlicht

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Aisha Meier-Chaouki
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1 Kommentar zu 80.000 neue Jobs durch neue Hotels möglich

  1. Es ist schon erstaunlich mit welchen Zahlen da operiert wird. Stellt sich irgend wer die Frage auf wesen Kosten das alles gehen soll?
    Sind die Menschen entsprechend qualifiziert? Wie ist die Entlohnung? Die ist eben nicht berauschend in der Branche. Und wie werden die Gewinne verteilt, in welche Taschen wandern diese? Was bleibt für die Insel, für die Nachhaltigkeit? Und dann das Thema Wasser!
    Wo soll das ganze Wasser herkommen, wenn jetzt schon Wasserknappheit herscht. Da es amtlich ist, dass 70% des Wassers für den Tourismus vebraucht wird.
    Ja, die Menschen auf der Insel haben Arbeit verdient und die Insel ist wirklich traumhaft. Ja und die Menschen sollten sich die Inseln anschauen, sich dort wohlfühlen und sich erholen.
    Nur nicht auf der Basis von Fehlern die heute die Balearen bereuen und es nicht mehr so rückgängig machen können.
    Denkt irgendwer mal darüber nach?
    Wir haben in den drei Wochen Urlaub im Jan. / Feb. mit vielen Menschen gesprochen.
    Und so einen tiefen Einblick bekommen, was auf der Insel los ist.
    Hoffen wir mal und die stirbt ja zu letzt, dass es eine gute Lösung, einen guten Kompromiss geben wird.

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